Willkommen in Strahwalde

Historische Geografie

In der Reihe von Dörfern, welche sich ohne Unterbrechung im Pliessnitzthale bis Görlitz hinzieht, bildet Strahwalde in fünfviertelstündiger Ausdehnung den Anfang

Es liegt eine halbe Stunde von Herrnhut und sechs Viertelstunden von Löbau an der Bautzen-Zittauer Chaussee in recht angenehmer Gegend am Fusse des Kottmarberges, der im Westen, wie das Lausitzer Gebirge im Süden, den Horizont begrenzt. Südöstlich vom Dorfe zeigt sich der Hutberg, nordöstlich der der Hölzel- und Lehmannsberg, welcher Letztere sich durch eine unbeschreiblich reizende Aussicht, zum Teil bis in die Gegend von Görlitz, auszeichnet.

Gleichsam die Grenze zwischen dem Stromgebeite der Oder und Elbe bildet eine Waldung, die westlich mit dem Kottmar und östlich mit mit den Kemnitzer und Herwigsdorfer Waldungen zusammenhängt und Strahwalde von Kunnersdorf, Ottenhain, Herwigsdorf und Kemnitz scheidet. Die Quellen, welche auf der westlichen, südlichen und östlichen Seite desselben entspringen, münden nämlich in den Bach, der Strahwalde durchfliesst und weiterhin in den Petersbach fällt, welcher vom Kottmar herabkommend, eine Strecke lang das Niederstrahwalder Gebiet bewässert und sich endlich mit der Pliessnitz vereinigt. Die nördlich und teilweise östlich hervortretenden Quellen fliessen in das Löbauer Wasser und mit diesem in die Spree; sie gehören aber grösstenteils nicht mehr zu Strahwalde.

Was die Entstehung Strahwaldes anbetrifft, so fehlen darüber alle zuverlässigen Nachrichten, doch scheint es, als ob der Name des Ortes von der Landstrasse herrühre, welche vormals aus dem Lande Meissen und der Oberlausitz durch den längst verschwundenen Wald in das Königreich Böhmen führte. Urkundlich wird der Ort allerdings oft "Strasswalde" genannt und in der Tat sind noch jetzt Spuren dieser alten berühmten Heerstrasse zu bemerken, welche unterhalb der hiesigen Kirche nach Ruppersdorf und von da weiter nach Zittau ging, jedoch schon vor dem Jahre 1722 ausser Gebrauch gekommen war.

Die älteste Urkunde, welche Strahwaldes gedenkt, ist vom Jahre 1317, wo Martgraf Waldemar von Brandenburg, Strahwalde er Gerichtsbarkeit Löbaus unterwarf.

(Quelle: "Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen" - III.Section-Markgrafenthum Oberkausitz - von G.A. Poenicke um 1854-1861)

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